Die Deutsch-Koreanische Industrie- und Handelskammer (KGCCI, Hauptgeschäftsführerin & CEO Marie Antonia von Schönburg) hat die Erneuerung der Deutsch-Koreanischen Energiepartnerschaft bekannt gegeben. Die entsprechende Gemeinsame Absichtserklärung (Joint Declaration of Intent, JDoI) wurde am 30. Oktober in Seoul von Stefan Rouenhoff, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE), und Hohyeon Lee, Zweiter Vizeminister des koreanischen Ministeriums für Klima, Energie und Umwelt (MCEE), unterzeichnet. Die Unterzeichnung fand am Rande der 19. Asien-Pazifik-Konferenz der Deutschen Wirtschaft (APK 2026) anlässlich des Seoul-Besuchs von Herrn Rouenhoff statt.
Das erneuerte Abkommen leitet eine neue Phase der bilateralen Energiekooperation ein. Es erweitert den Umfang der Partnerschaft, um auf neue Herausforderungen in den Bereichen Stromnetze, künstliche Intelligenz (KI), Rechenzentren im Energiesektor sowie saubere Energietechnologien zu reagieren. Die Vereinbarung baut auf dem ursprünglichen Abkommen vom Dezember 2019 auf und spiegelt die veränderten energiepolitischen Prioritäten beider Länder nach der Umstrukturierung der jeweiligen Ministerien im Jahr 2025 wider.
Als technologisch führende Industrienationen mit hoher Importabhängigkeit bei Energieträgern stehen Korea und Deutschland vor gemeinsamen Herausforderungen: den Übergang zu erneuerbaren Energien zu beschleunigen und gleichzeitig die Energiesicherheit sowie die industrielle Wettbewerbsfähigkeit zu gewährleisten. Der steigende Strombedarf durch KI, Rechenzentren und moderne Fertigung unterstreicht die Notwendigkeit einer zuverlässigen, bezahlbaren und sauberen Energieversorgung zusätzlich.
Im Rahmen der erneuerten Erklärung werden beide Länder die politische und technische Zusammenarbeit beim Ausbau und der Systemintegration erneuerbarer Energien, bei Energieeffizienz, sauberem Wasserstoff, Stromnetzplanung und -betrieb, Netzflexibilität, Smart Grids, Energiespeichersystemen (ESS) sowie der Digitalisierung im Energiesektor intensivieren.
Der erweiterte Rahmen umfasst zudem die zuverlässige und effiziente saubere Energieversorgung für Rechenzentren und KI-Infrastrukturen, innovative Energietechnologien sowie widerstandsfähige Lieferketten als zentrale Kooperationsbereiche.
Diese Schwerpunkte eröffnen neue Geschäftschancen für koreanische und deutsche Unternehmen – insbesondere in den Bereichen Netzmodernisierung, Energiespeicherung, digitale Energielösungen und saubere Energietechnologien –, während gleichzeitig die gemeinsame Projektentwicklung, Kooperationen in der Lieferkette und grenzüberschreitende Investitionen gefördert werden.
Die Deutsch-Koreanische Energiepartnerschaft knüpft an den 2016 initiierten bilateralen Energiedialog an und wurde im Dezember 2019 offiziell begründet, als beide Regierungen die ursprüngliche Gemeinsame Absichtserklärung in Berlin unterzeichneten. Eine im Mai 2020 vereinbarte Roadmap legte Struktur und Richtung der Partnerschaft fest und schuf den Rahmen für den hochrangigen politischen Dialog sowie die technische Zusammenarbeit.
Seit 2021 fungiert die AHK Korea als offizielles Sekretariat der Deutsch-Koreanischen Energiepartnerschaft (KGEP) in Korea und arbeitet eng mit der deutschen Politikberatung adelphi zusammen, um die Kooperation zwischen politischen Entscheidungsträgern, Unternehmen und Energieexperten beider Länder zu erleichtern.
In dieser Funktion unterstützt die AHK Korea hochrangige Ausschusssitzungen, technische Arbeitsgruppen und den bilateralen Austausch. Zudem organisiert sie Initiativen wie den jährlichen Deutsch-Koreanischen Energietag, das Deutsch-Koreanische Wirtschaftsforum für Erneuerbare Energien, Expertenworkshops sowie Delegationsreisen. Diese Formate verbinden den energiepolitischen Dialog auf Regierungsebene mit konkreten Kooperationsmöglichkeiten für die Wirtschaft.
Jihee Jeong, Leiterin des Sekretariats der Deutsch-Koreanischen Energiepartnerschaft in Korea und Stellvertretende Abteilungsleiterin bei der AHK Korea, erklärte: „Die Erneuerung der Gemeinsamen Absichtserklärung spiegelt die Erfolge der siebenjährigen Energiekooperation zwischen Korea und Deutschland wider und bekräftigt das Engagement beider Regierungen zur Stärkung der Partnerschaft. Die AHK Korea wird weiterhin politische Entscheidungsträger, Wirtschaftsvertreter und Fachexperten zusammenbringen, um die praktische Zusammenarbeit im Bereich erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Netzmodernisierung und Digitalisierung voranzutreiben.“
Mit Blick auf die Zukunft werden beide Ministerien das erneuerte Abkommen durch gegenseitige Besuche hochrangiger Delegationen, Expertenworkshops, Wirtschaftsforen und den jährlichen Deutsch-Koreanischen Energietag weiter mit Leben füllen. Als offizielles Sekretariat der Partnerschaft in Korea wird die AHK Korea diese Bestrebungen weiterhin begleiten und dazu beitragen, den bilateralen energiepolitischen Dialog in konkrete Kooperationen zwischen koreanischen und deutschen Akteuren zu überführen.