Die 19. Asien-Pazifik-Konferenz der Deutschen Wirtschaft (APK 2026) hat heute in Seoul ihr Hauptkonferenzprogramm eröffnet. Rund 800 Führungsspitzen aus Wirtschaft und Politik aus Deutschland und dem asiatisch-pazifischen Raum kamen zusammen, um über Handel, technologische Innovation und wirtschaftliche Resilienz zu beraten. Die Veranstaltung, die vor Ort von der Deutsch-Koreanischen Industrie- und Handelskammer (KGCCI / AHK Korea) ausgerichtet wird, findet vom 29. bis 31. Oktober im Grand InterContinental Seoul Parnas statt und markiert das 40-jährige Jubiläum der Konferenz seit ihrer Erstausrichtung im Jahr 1986.
Die Premierministerin der Republik Korea, Seongsook Han, und Bundeskanzler Friedrich Merz hielten die Eröffnungsreden. Kirsten Schoder-Steinmüller, Vizepräsidentin der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), sowie Roland Busch, Vorsitzender des Asien-Pazifik-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft (APA) und Vorstandsvorsitzender der Siemens AG, hießen die Teilnehmenden willkommen.
In ihrer Grundsatzrede hob Premierministerin Han die langjährige Partnerschaft beider Länder hervor: „Korea und Deutschland sind verlässliche Partner, die auf den Stärken des jeweils anderen aufbauen, um gemeinsam ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.“ Sie fügte hinzu: „Ich hoffe, dass die APK 2026 über ein reines Diskussionsforum hinausgeht und zu einer Plattform für konkretes Handeln wird – einer Plattform, die neue Lieferketten aufbaut, Technologie sowie Investitionen vorantreibt und es Unternehmen aus Korea und Deutschland sowie aus dem gesamten asiatisch-pazifischen Raum und Europa ermöglicht, greifbare Ergebnisse zu erzielen.“
Bundeskanzler Merz begrüßte die Vertiefung der bilateralen technologischen Kooperation, insbesondere vor dem Hintergrund der Unterzeichnung des deutsch-koreanischen Hightech-Rahmenabkommens: „Deshalb freue ich mich ganz besonders, dass wir gestern das deutsch-koreanische Hightech-Rahmenabkommen unterzeichnen konnten. Diese Vereinbarung bildet das Fundament für die Zusammenarbeit in Zukunftsbranchen wie der Mikroelektronik, der industriellen KI und der Robotik.“
Mit Blick auf die Bedeutung widerstandsfähiger und diversifizierter Wirtschaftspartnerschaften betonte Bundeskanzler Merz: „Diversifizierung ist das Gebot der Stunde. Unser Ziel ist es, wirtschaftliche Stärke, Stabilität und Handlungsfähigkeit zu sichern.“ Er ergänzte: „Indem wir Handel und Zusammenarbeit auf der Grundlage fairer Regeln ausbauen, stärken wir unsere Souveränität.“
Eine Eröffnungsdiskussion zu den Auswirkungen globaler Machtverschiebungen auf die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und dem Indo-Pazifik brachte Roland Busch, Jung-Kwan Kim (koreanischer Minister für Handel, Industrie und Ressourcen), Stefan Rouenhoff (Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie [BMWE]) und Tobias Meyer (Vorstandsvorsitzender der DHL Group) zusammen.
Handel und Technologie am Eröffnungstag
Im Rahmen einer Szenariodiskussion beleuchteten Patrick Bernau (Frankfurter Allgemeine Zeitung), Rajiv Biswas (Asia-Pacific Economics) und Cyn Young Park (Forschungs- und Ausbildungszentrum der südostasiatischen Zentralbanken / SEACEN) Perspektiven für den deutsch-asiatisch-pazifischen Handel im Jahr 2030. Die AHK Business Lunch Sessions boten länderspezifische und regionale Einblicke, darunter eine eigene Korea-Session.
Das Nachmittagsprogramm widmete sich den Themen KI und Fertigung mit Beiträgen von Hanno Blankenstein, Mitgründer und CEO von Unleash Live, und Shashank Deshpande, CEO von Boehringer Ingelheim. Die Session griff ein zentrales Anliegen der Konferenz auf: wie technologische Innovation Unternehmen im gesamten asiatisch-pazifischen Raum unterstützen kann.
Beim 2. AI Startup Award vertrat ModigenceVision die Republik Korea neben Oorja (Indien), MarinaChain (Singapur), Enfarm (Vietnam) und YanYin (China). Die fünf Start-ups präsentierten sich vor einem hochkarätigen Panel, bestehend aus Anna Maria Braun (Vorstandsvorsitzende von B. Braun) und Roland Busch. ModigenceVision hatte im Juli die von der KGCCI veranstaltete „Korea-Germany Connect: AI Startup Pitching Challenge 2026“ gewonnen.
Der Eröffnungstag klang am Abend mit dem traditionellen „Korea Evening“ im The Westin Seoul Parnas aus.
Industrielle KI und Resilienz am Samstag
Die Konferenz wird am 31. Oktober mit einem Tech-Dialog über industrielle KI zwischen NAVER-CEO Soo-yeon Choi und Roland Busch fortgesetzt. Chang-Beom Kim, Vizepräsident der Federation of Korean Industries (FKI), wird an einer Diskussion über gemeinsame Sicherheitsinteressen im Indo-Pazifik teilnehmen, während Bum Sik Jang, CEO der Asia Business Daily, an einer Podiumsrunde zur Unternehmensfinanzierung in Asien an der Seite von thyssenkrupp-CEO Miguel Ángel López Borrego mitwirkt.
Das Samstagsprogramm umfasst darüber hinaus Breakfast Sessions zu Unternehmensstrategien und Kreislaufwirtschaft, eine Debatte im Oxford-Stil zur Industriepolitik sowie ein Panel zur Unternehmensresilienz mit Führungskräften von Voith, dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), TÜV SÜD und Toshiba.