Die Deutsch-Koreanische Industrie- und Handelskammer (KGCCI, Hauptgeschäftsführerin & CEO Marie Antonia von Schönburg) richtete am 27. August in Kooperation mit der Stadt Yangju den „KGCCI Half-Year Economic Outlook 2026“ im Hotel Conrad Seoul aus.
Die Veranstaltung bot exklusive Einblicke in die Entwicklung der deutsch-koreanischen Wirtschaftsbeziehungen in einem herausfordernden Umfeld und zog mehr als 90 hochrangige Vertreter, Führungskräfte sowie Experten aus koreanischen und deutschen Unternehmen und Institutionen an. Zu den Referenten gehörten S.E. Georg Schmidt, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Südkorea, Juliana Lee, Chefvolkswirtin für Asien bei der Deutschen Bank, sowie Katharina Viklenko, Leiterin und Korrespondentin Korea bei Germany Trade & Invest (GTAI).
Hyun-Nam Park, koreanische Co-Vorsitzende der KGCCI, erklärte: „Koreas Wirtschaft gewinnt an Dynamik und eröffnet echte Chancen für eine vertiefte deutsch-koreanische Zusammenarbeit in den Bereichen fortschrittliche Fertigung, KI, Halbleiter und Energie. Diese Dynamik wird ein zentrales Thema sein, wenn die KGCCI im Oktober dieses Jahres die Asien-Pazifik-Konferenz der Deutschen Wirtschaft (APK) 2026 in Seoul mitorganisiert, bei der deutsche und koreanische Wirtschaftsführer zusammenkommen, um das nächste Kapitel unserer Partnerschaft zu gestalten.“
Botschafter Schmidt ging auf die politischen Aussichten der bilateralen Beziehungen ein und betonte: „Geopolitische Entwicklungen erfordern eine noch engere Zusammenarbeit gleichgesinnter Mittelmächte wie Deutschland und Korea. Der Besuch von Bundeskanzler Merz in Korea anlässlich der Asien-Pazifik-Konferenz der Deutschen Wirtschaft Ende Oktober wird hierfür eine hervorragende Gelegenheit sein.“
In ihrem Vortrag zum Thema „Wirtschaftsausblick für Korea“ stellte Katharina Viklenko, Leiterin und Korrespondentin Korea bei GTAI, fest: „Angetrieben durch den weltweiten KI-Boom wird für Korea das stärkste Wirtschaftswachstum seit mehreren Jahren erwartet, mit BIP-Prognosen für 2026 zwischen 2,6 % und über 3 %. Die Ankündigung von drei Megaprojekten in den Bereichen moderne Halbleiter, KI-Rechenzentren und physische KI zieht beispiellose Investitionen an und stärkt Koreas Position als führender Technologie-Hub. Um diese Dynamik aufrechtzuerhalten, sind jedoch breiter angelegte Innovationen in der gesamten Wirtschaft und eine kontinuierliche Diversifizierung erforderlich, um die Anfälligkeit gegenüber künftigen Verschiebungen in globalen Technologiezyklen zu verringern.“
Juliana Lee, Chefvolkswirtin für Asien bei der Deutschen Bank, analysierte die wirtschaftlichen Aussichten Asiens und hob sowohl die Wachstumschancen als auch potenzielle Herausforderungen der Region hervor: „Die Widerstandsfähigkeit Asiens wurde unterschätzt; die Region passt sich auch in Zeiten großer Unsicherheit kontinuierlich an und wächst weiter“, so Lee. „Südkorea ist besonders gut aufgestellt, um von der KI-Ära zu profitieren. Um diesen Vorteil langfristig zu sichern, müssen die Chancen und Risiken, die mit dem rasanten technologischen Wandel einhergehen, jedoch gezielt gesteuert werden.“
Die Veranstaltung schloss mit einer Podiumsdiskussion unter der Moderation von Marie Antonia von Schönburg, Hauptgeschäftsführerin & CEO der KGCCI, bei der Paul Lee, Repräsentant von Airbus Korea, Geunmin Ryu, Geschäftsführer von TRUMPF Korea, und Juliana Lee, Chefvolkswirtin für Asien bei der Deutschen Bank, die Perspektiven ihrer jeweiligen Industriesektoren austauschten.