Die Deutsch-Koreanische Industrie- und Handelskammer (KGCCI, Repräsentantin Martin Antonia von Schönburg) gab am 11. bekannt, dass sie am Vortag ein Business-Dinner-Treffen für die Halbleiterindustrie der Bundesländer Sachsen und Sachsen-Anhalt abgehalten hat. Die Veranstaltung fand im Rahmen des Besuchs der Wirtschaftshochkaräter beider Bundesländer sowie von Germany Trade & Invest (GTAI) statt, die vom 9. bis 13. Februar in Korea weilen. Ziel des Treffens war es, die Kompetenzen Mitteldeutschlands im Bereich Halbleiter und High-Tech mit der koreanischen Industrie zu vernetzen sowie Möglichkeiten für Investitionen und technologische Zusammenarbeit auszuweiten.
An der Veranstaltung nahmen rund 80 Personen teil, darunter Robert Franke, Geschäftsführer der Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt (IMG), Pascal Mizov, Projektleiter für Halbleiter bei der Wirtschaftsförderung Sachsen (WFS), sowie Vertreter von Germany Trade & Invest (GTAI), Regierungsvertreter, Technologieexperten und Führungskräfte koreanischer Unternehmen. Diskutiert wurden konkrete Kooperationsmöglichkeiten wie Markteintrittsstrategien für Korea, gemeinsame Forschungsprojekte und bilaterale Investitionschancen.
Im Mittelpunkt des Treffens standen die Strategien der beiden Bundesländer, die sich derzeit als Zentren der europäischen Halbleiterindustrie dynamisch entwickeln. Sachsen präsentierte „Silicon Saxony“, den größten Halbleiter-Hub Europas mit rund 3.000 Unternehmen und 80.000 Fachkräften. Sachsen-Anhalt berichtete über den aktuellen Stand des „Magdeburg High-Tech Park“, eines der größten Projekte in Europa für die nächste Generation der Halbleiterfertigung und den Aufbau stabiler Lieferketten. Ergänzend erläuterte die GTAI die nationale Halbleiterstrategie der Bundesregierung sowie Anreizsysteme für ausländische Investoren.
Zudem wurden Erfolgsbeispiele deutscher Unternehmen auf dem koreanischen Markt vorgestellt. Taek-Hyun Kim, Managing Director von tracetronic Korea, und Gerd Lippold, CEO von PSC Polysilane Chemistry, sprachen über ihre enge Zusammenarbeit mit koreanischen Partnern in den Bereichen Automatisierungslösungen für Halbleitertests sowie hochreine chemische Vorläuferstoffe (Precursor).
Im Anschluss an die Präsentationen vertieften die Wirtschaftsvertreter beider Länder in 1:1-Business-Gesprächen die Kooperationsmöglichkeiten entlang der gesamten Wertschöpfungskette, einschließlich Halbleiterfertigung, Materialien, Komponenten, Ausrüstung und KI-Anwendungen.
Robert Franke (IMG Sachsen-Anhalt) betonte: „Sachsen-Anhalt bietet mit effizienten Verwaltungswegen, einem hochqualifizierten Talentpool und einer engen Verzahnung von Industrie und Wissenschaft ein optimales Umfeld für das nachhaltige Wachstum globaler High-Tech-Unternehmen. Erfolgsgeschichten wie die von Daimler Truck, Novartis oder dem koreanisch investierten Unternehmen IDT Biologika belegen dies.“ Er fügte hinzu, dass der 1.100 Hektar große High-Tech-Park bei Magdeburg derzeit eine der attraktivsten Investitionsmöglichkeiten in Europa darstelle und man auf eine stärkere Beteiligung koreanischer Unternehmen hoffe.
Martin Antonia von Schönburg, Repräsentantin der KGCCI, unterstrich: „Die Halbleiterindustrie ist der Schlüssel zum digitalen und grünen Wandel. Korea und Deutschland sind ideale Partner für den Aufbau resilienter und innovativer Lieferketten.“ Sie versicherte zudem, dass die KGCCI koreanische Unternehmen auch künftig aktiv dabei unterstützen werde, sich mit führenden europäischen Technologiezentren zu vernetzen, um greifbare Ergebnisse bei Investitionen und Forschungskooperationen zu erzielen.